Blyde River Canyon und Krüger NP

Wir verlassen Umhlanga und kommen gut voran auf der Strecke zum Krügerpark, so dass ein Abstecher zum Blyde Canyon drin liegt. Von den Drakensbergen gegen Osten erstreckt sich ein riesiges, hügeliges Plateau auf ca 1000-1700 müM gelegen bis zum Blyde River Canyon, einer bis zu 1000m tiefen Schlucht, die das Highveld vom Lowveld trennt. Entlang der Abbruchkante führt die 100km lange Panoramastrasse mit herrlicher Aussicht. Leider durchfahren wir die halbe Strecke bei Nebel und Nieselregen, finden es aber trotzdem lohnenswert.
Wildes Campieren, respektive Übernachten möchten wir möglichst vermeiden und so planen wir unsere Tagesetappen mit Stopps auf Campingplätzen. Es gibt deren viele, die meisten sind privat geführt und eigentlich immer eingezäunt und bewacht. Die Einrichtungen sind in der Regel einfach und älteren Datums, aber funktionell. Die Preise schwanken zwischen 8 und 25 Franken pro Nacht. Bisher haben wir uns auf all den besuchten Plätzen wohl und sicher gefühlt.
Besuchte Campings: Riverside Manor (Mooiriver), Woonwa Park (Volksrust), Merry pebbles (Sabie), Forever Resort (Blyde Canyon)

Wir fahren in den Krügerpark beim Orpen Gate und schon sind wir auf unserer ersten Pirschfahrt. Als erstes begegnen wir einer Gruppe Giraffen, die wir während unserer Lunchpause beobachten. Ich finde es sind ganz besonders faszinierende Tiere. Sie gehören zu den grössten Wiederkäuern und sind die höchsten Tiere der Welt. Bei Geburt wiegt das Giraffenbaby bereits 100kg und ist schon sehr hochbeinig, der Hals wächst erst im Verlauf des ersten Jahres. Die Beine brauchts zur Verteidigung, der Hals kann warten, da es von der Muttermilch lebt. Obwohl die erwachsenen Giraffen die Kleinen immer in ihrer Nähe haben und beschützen, werden sie oft von Löwen gerissen. Eine ausgewachsene Giraffe ist noch beim Trinken und Sitzen angreifbar und deshalb wird immer Wache gehalten. Schlafen tun Giraffen in sitzender Position mit über den Körper gelegtem Hals, angeblich haben Giraffen nur sehr kurze Schlafperioden von ca. 20 Minuten. 
Der Besuch im Krüger Park ist so etwas wie ein umgekehrter Zoobesuch. Die Tiere leben frei, haben auf den Strassen immer Vortritt und der Mensch ist im Käfig=Fahrzeug eingeschlossen. Die Fahrt durch die Natur ist erlaubt von 5:30h morgens bis 6 Uhr abends, dann müssen alle den Park verlassen oder im Park in einem geschlossen Camp sein! Mit dem ganzen Haus unterwegs zu sein birgt natürlich enorme Vorteile, wir fahren jeweils bei Gateöffnung aus dem Camp und frühstücken dann ganz gemütlich an einer Wasserstelle und beobachten dazu was so passiert. Wir verbringen den ganzen Tag mit Fahren und Beobachten, ganz dem Slogan  «drive slowly and watch carefully» folgend. Der Park ist riesig, nämlich halb so gross wie die Schweiz und mit einem ausgedehnten Strassennetz durchzogen, viele davon ungeteert. Da Tiere eigentlich immer in Bewegung sind und weitläufige Territorien bewohnen, ist jede Begegnung ein Zufall. 

Die Dichte an Impalas ist gross und so sind diese auch die häufigsten Tiere, die man sieht. Auch hat der Krüger Park eine sehr grosse Elefantenpolulation, so dass man diese sehr oft beobachten kann. Immer darauf achtend, dass man vor allem einer Herde mit Jungen nicht zu nahe kommt, was gar nicht so einfach ist, denn diese tauchen manchmal ganz unvermittelt am Strassenrand auf. Die Sichtung von Raubkatzen braucht etwas mehr Geduld. Wir sehen praktisch jeden Tag Löwen, aber nur einmal von ganz nahe. Eine Löwin sitzt praktisch neben der Strasse und wir mit offenem Fenster sind ganz in ihrer Nähe und hören sie atmen, was für ein Nervenkitzel. Auch bei der ersten Entdeckung eines schlafenden Leoparden im Baum steigen die Glückshormone rasch an!
Wir geniessen jeden Tag auf’s Neue und täglich gibt’s mindestens eine Neuentdeckung. Am vorletzten Tag sehen wir das erste Nashorn. Das Horn wurde gestutzt um das Tier vor Wilderei zu schützen. Nach wie vor ist die Wilderei von Nashörnern im Gange und wird wahrscheinlich bleiben, solange in Asien der Irrglaube herrscht, das pulverisierte Horn hätte einen medizinischen Effekt. Als sehr effektive Schutzmassnahme erweisen sich auch speziell trainierte Hundetrupps, die die Wilderer aufspüren. 
In diesen Camps haben wir übernachtet: Maroela, Satara, Letaba, Berg en Dal, Crocodile Bridge, Lower Sabie. Alle Camps haben Toiletten, Duschen und Feuerstellen. In den grösseren gibt es auch ein Restaurant und einen Laden. 

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