Ostmarokko

Am 30.12. sind wir in Sète. Im Fährhafen ist einiges los, der Parkplatz ist vollgestopft mit interessanten Gefährten. Es ist die Africa Eco Race 2019 (vormals Paris-Dakar), die sich hier versammelt. Wir bestaunen einige der 200 Fahrzeuge und kommen mit Organisatoren ins Gespräch, die sich unserem Gefährt nähern und Genaueres über unseren Aufbau wissen möchten. Das diesjährige Rennen ist also heute morgen in Monaco gestartet und wird auf der gleichen Fähre wie wir nach Nador in Marokko verschiffen. In 13 Tagen wird die Strecke bis Dakar gefahren…. zum Glück sind wir da gemütlicher unterwegs. Das Beladen des Schiffs geht zügig voran und alle finden einen Platz. Das Meer ist absolut ruhig, aber langweilig wird es uns trotzdem nicht. Von verschiedenen Gruppen erfahren wir mehr und mehr über dieses spezielle Rennen. Hans überlegt sich schon, ob er vielleicht im nächsten Jahr zum Medical Team gehören möchte (immerhin sind da 30 Leute beteiligt).
Ausschiffen und Zollformalitäten dauern etwas länger, da die Zollbeamten dem riesigen Renntross nicht ganz gewachsen sind. Dafür geht dann die Durchfahrt in Nador umso schneller, mit dem Renntross werden wir polizeilich durch die Stadt eskortiert und gelangen so in kürzester Zeit ausserhalb der Stadt, wo wir uns nach Osten wenden und plötzlich mutterseelenallein unterwegs sind. Die ersten Tage bleiben wir in der Nähe von Saidia und Berkane und machen uns mit dem marokkanischen Verkehr (Fussgänger, Velofahrer, Eselskarren, Motorräder, Lastwagen und schnelle Taxis alles auf 2 Spuren) vertraut. Per Zufall gelangen wir am Markttag nach Ahfir und geniessen die grosse Auswahl an frischer Ware (Sylvia spürt sich nicht mehr und kauft Früchte und Gemüse für eine Armee ein).

Nach einer Nacht auf dem Parkplatz der Gendarmerie Royale in Tendrara (auf ausdrückliche Einladung durch die Kontrollpatrouille an der Strasse) sind wir bereit für die ersten Pisten. Unser erster Stop ist eine zerfallene Bahnstation aus der Kolonialzeit. Weiter gehts auf Schotterpisten, durch ein kleines Dünengebiet und dann über einen ausgetrockneten Salzseee Richtung Bouarfa. Leider ist das Hotel Climat mit Stellplatzmöglichkeit nicht mehr in Betrieb, so dass wir nachmittags bis Figuig weiterfahren. Das Hotel Figuig bietet auch einen guten Camping an, ein freies Stehen ist im Grenzgebiet zu Algerien nicht mehr möglich. Figuig ist eine eindrückliche Palmenoase. Wegen der abgeschiedenen Lage und der geschlossenen Grenzen zu Algerien ist ein Grossteil der Bevölkerung abgewandert und auch Touristen verirren sich kaum in diese Gegend, so dass wir ohne “Fremdenführer” die Altstadt erkunden können.
Es folgen drei Pistentage mit Fahrt durch unzählige ausgetrocknete Oueds (Bachbett). Der heftige Regen im Oktober 2018 hat einen Grossteil der Furten weggespült, und nun sind steile und steinige Böschungen zu bewältigen. Wir kommen nur langsam vorwärts, geniessen aber das off road Fahren und die karge Landschaft.
In Beni Tajjite kaufen wir erstmals in einer Freiluftmetzgerei ein und erstehen ein Viertel Schaf. Unweit vom Ort besuchen wir Thomas Friedrich, der eine Farm mit Oliven und Heilkräutern besitzt. Die Farm wird von Ali und seiner Familie geführt. Es sind sesshaft gewordene Nomaden, die jedoch noch sehr ursprünglich leben. Ali und die älteren Kinder sprechen sehr gut Deutsch und so können wir uns verständigen und ungezwungen annähern. Die Kinder beschenken uns mit Zeichnungen und erkunden interessiert unser Wohnmobil, auch wir erhalten einen Einblick in ihre bescheidene Behausung. Aus unserem Viertel Schaf wird ein Curry, das wir uns mit Thomas und seinen zwei Jungs teilen.

Reader Comments

  1. Phantastisch, Euer blog! Herzliche Gratulation.
    Wir sind doch schon ein bisschen neidisch…aber freuen uns für Euch. Hoffen dass Ihr weiterhin gut und sicher (!) unterwegs seid!!
    Mlg Regula&Armin

    1. Liebe Abenteurer,
      Wir wünschen euch wunderschöne, intressante Erlebnisse und kommt gesund zurück !
      Wir freuen uns, dass wir euer Abenteuer so miterleben dürfen!🤗😉
      Alles Liebe
      Conny&René

  2. Super geworden euer Blog👍🏻, gratuliere. Wir freuen uns, ein bisschen mit euch Mitreisen zu dürfen. Liebe Grüsse Dario und Michèle

  3. echt genial der Blog, vielen Dank für die Erzählungen, ich freue mich auf weitere Einträge von euch.
    Reist gut, alles Gute, Ramona

  4. Vielen Dank für das erste Kapitel eures Blogs, da träumen auch die zu Hause gebliebenen vom Abenteuer.

    max

  5. Euer Blog ist super, spannend und interessant zu lesen, man reist auch einwenig mit und träumt vom grossen Abenteuer. Schöne Fotos! Wir wünschen euch weiterhin viel Freude und gutes Reisen und warten gespannt auf den nächsten blog lg Monika und Hannes

  6. So genial! Danke für den spannenden Blog und schön dürfen wir so eure Reise miterleben. Freuen uns auf weitere Geschichten!
    Alles Liebe Henriette & Ueli

  7. Ja, da wird man definitiv bisseli neidisch! Hans, das hast du dir redlich verdient, wir schlagen uns jetzt halt noch etwas mit OKP, AG, PDMS und regnerisch-stürmischem Wetter herum! Weiterhin gute Reise euch beiden!!!

  8. Danke für die tollen Berichte. Das Fernweh packt einen und ich bin gespannt auf weitere Neuigkeiten. So in Gedanken mitzureisen ist herrlich.
    Geniesst es und passt gut auf Euch auf!
    Alles Liebe, Alexsandra

  9. Super Blog ! Sowohl literarisch wie auch fotografisch höchst ansprechend. Nur weiter so. Wünsche Euch weiterhin viel Freude und viele tolle Erlebnisse ! LG

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